Der wohl häufigste Fehler beim Training -aber auch beim Erlernen einer Sportart- ist das „einfach mal Loslegen“. Entweder Sie beginnen viel zu hastig und überanstrengen sich oder führen Übungen grundsätzlich falsch aus und verletzten sich dabei. Dann wollen Sie höher und weiter hinaus und gönnen sich keine Pausen. Schnell ist die anfängliche Euphorie verpufft und Frust macht sich breit.

Warum ist das so?

Jedes Training jeder Sportart unterliegt gewissen grundsätzlichen Gesetzmäßigkeiten, die es einzuhalten gilt. Diese sogenannten „Trainingsprinzipen“ weisen Ihnen den Weg zu einem erfolgreichen sportlichen Training. Dabei handelt es sich hierbei weniger konkret formulierte Gesetze für eine praktische Handlung, sondern eher um ein theoretisches Verständnis eines Trainings.

Die wichtigsten Prinzipien:

  1. Entwicklungs-und Gesundheitsförderung

Sport soll Sie physisch und psychisch fit halten und sie keineswegs krankmachen oder Ihnen Verletzungen zufügen. Deswegen sollten Sie sich eine körperlich-motorische Grundlage durch Konditionstraining schaffen, damit Sie allen weiteren Belastungen standhalten können.

  • Individualisierung und Altersgemäßheit

Bestimmen Sie ihr Trainingsziel, beispielsweise eine Gewichtsreduzierung oder die Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Wie ausgeprägt Ihr Training sein kann, hängt von Ihrer körperlichen Konstitution und dem individuellen Trainingszustand ab. Eine Frau trainiert anders als ein Mann, ein Jugendlicher anders als ein älterer Sportler. Auch Ihre persönliche Leistungsbereitschaft, Zeitaufwand und Motivation spielen eine große Rolle.

  • Kontinuität

Eine Stunde durch den Wald zu walken macht noch keinen gesunden Sportler aus Ihnen. Der Schlüssel liegt in der Wiederholung, damit sich ihr Organismus und einzelne Funktionssysteme umstellen und an die neuen Belastungen anpassen können. Bleiben Sie kontinuierlich am Ball. Die ersten metabolischen Umstellungen sind nach nur drei Wochen erreicht. Die morphologische Umstellung erfolgt nach sechs Wochen. Die Regulierung der Steuerfunktionen des Zentralennervensystems brauchen mit mehreren Monaten am längsten.

  • Variation der Trainingsbelastung

Wer immer nur die gleiche Routine fährt, läuft Gefahr, gelangweilt aufzugeben. Verändern Sie doch mal die Intensität, Inhalte, Bewegungsabläufe und Pausengestaltung Ihres Trainings! Stellen Sie sich immer neuen Herausforderungen und setzen Sie wirksame Belastungsreize.

  • Wirksame Belastungsreize

Setzen Sie sich realistische Ziele in Ihrem Training! Nur so verspüren Sie eine Anpassungsänderung Ihres Körpers. Wer immer nur fünf km durch den Wald läuft, erhält lediglich sein Funktionsniveau. Überschreiten Sie moderat Ihre Grenzen, setzen Sie einen neuen Reiz. Laufen Sie mal ein wenig länger (oder schneller)!. Ihr Körper wird sich den neuen Herausforderungen anpassen. Achtung: Bloß nicht übertreiben!

  • Optimale Gestaltung von Belastung und Erholung

Wenn Sie viel trainieren, sollten Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhephasen einräumen. Nach starken Trainingsreizen stellt Ihr Körper nicht nur das Ausgangsniveau wieder her, sondern passt sich den neuen Herausforderungen an. Sie starten fitter denn je in ein neues Training. Natürlich reicht bloß ein anstrengenderes Training nicht aus, um große Fortschritte zu machen. Eine Wiederbelastung nach ausreichender Pause ist wichtig.

Trainingsprinzipien